Graph Search

Die erweiterte Facebook-Suche bereitet vielen Leuten Kopfzerbrechen, die wegen Freunden oder aus beruflichen Gründen ihren Account bei der Werbeplattform nicht aufgeben wollen, sich aber dennoch nicht zur Post-Privacy-Fraktion zählen. Der 2013 vorgestellte sogenannte Facebook Graph Search (Englisch) ist zwar nur im US-amerikanischen Interface verfügbar, wird aber auch hierzulande gern benutzt. Er eignet sich, um die eigenen Aktivitäten nachzuvollziehen, kann aber auch verwendet werden, um Bilder von Facebook-Freunden oder Unbekannten ausfindig zu machen.

Ärgerlich kann das auch deswegen sein, weil Daten zum Vorschein kommen können, die etwa vor der Existenz von Graph Search geteilt oder getaggt wurden. Um das zu verhindern, hilft nur das “unlike” oder aber das Löschen von Fotos oder Postings.

facebook no exit

Ohne daß es vielen bewußt ist, können über Graph Search neben den Fotos beispielsweise auch Likes und Verbindungen zu Freunden und Kollegen ersichtlich werden. Nicht nur deswegen hat sich die EFF die Mühe gemacht, ein How-to (Englisch) zu entwerfen, in dem Schritt für Schritt die Einstellungen gezeigt werden, die man ändern sollte. Das empfiehlt sich auch deshalb, da zu den ohnehin schon sichtbaren “sponsored posts”, also Werbeeinblendungen innerhalb der Suchergebnisse, wohl auch das Geschäftsmodell hinzutreten wird, die Suchanfragen und deren Resultate selbst zu vermarkten. Darunter kann man sich aus Nutzersicht etwa folgendes Vorgehen vorstellen: Man sucht über Graph Search nach einem Currywurst-Imbiß in Berlin, den Berliner selbst empfehlen. In der Folge landet im eigenen News Feed die passende Werbung, sofern ein Berliner Currywurst-Brater mit Marketingbewußtsein den Platz gebucht hat.

Es empfiehlt sich ansonsten der Facebook Privacy Watcher als Firefox-Erweiterung unmittelbar auf dem Rechner des Nutzers. Und zu guter Letzt: Nach jeder der doch recht häufigen Funktions- und sonstigen Datennutzungsänderungen durch Facebook sollte man die eigenen Einstellungen durchsehen. Nicht nur wegen der Datennutzung für Werbezwecke, sondern weil neben der NSA und ihren Partnern auch die Polizei bei Facebook gern mitliest. Denn in einem Strafverfahren dürfen alle Facebook-Daten verwendet werden, die öffentlich sind oder von der Werbeplattform übermittelt werden.

Aber hey, Graph Search ist noch kein Vergleich mit Google Blackmail. :}

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