RSS-Reader

Es gibt sie webbasiert oder als vielseitige Programme für den Rechner, natürlich auch als Apps für Mobiltelefone oder Tablets: RSS-Reader. Das sind nützliche kleine Programme, um Nachrichten oder Podcasts zu abonnieren, was hilfreich ist, um sich etwa einen guten Überblick über Neuigkeiten zu verschaffen, sie in Ordnern zu organisieren, durchsuchbar zu machen oder auch News auf mehreren Geräten zu synchronisieren. Manche erlauben auch gleich noch das Weitergeben von News an Freunde, etwa per E-Mail, Twitter oder vielen weiteren Wegen.

Aber wie sieht es eigentlich aus mit der Privatsphäre beim Nachrichtenlesen über RSS-Reader? Wer erfährt eigentlich, welche Artikel man wann gelesen, markiert, irgendwo einsortiert oder abgespeichert hat? Da es jede Menge RSS-Reader gibt, bleibt den Nutzern für ihren Lieblingsreader wohl nur, beim Anbieter selbst nachzuforschen, welche Daten über den Nachrichtenkonsum an wen weitergeleitet werden und wie die konkreten Datennutzungsbedingungen aussehen. Wenn man das getan hat, kann man sich überlegen, ob man die Bedingungen akzeptabel findet oder sich besser einen neuen RSS-Reader sucht.

Mittlerweile gibt es natürlich einige Anbieter, die explizit darauf hinweisen und damit werben, keine Daten weiterzureichen, etwa Sputnik für Linux, Mac oder Windows. Außerdem lohnt natürlich der Blick in die Privatsphäre-Einstellungen des RSS-Readers, sofern welche vorhanden sind, denn manche erlauben das Teilen oder Weiterverbreiten von abonnierten Feeds.

Wer ein paar Hinweise sucht, welchen der vielen RSS-Reader man auswählen könnte, der kann hier ein paar Links finden: Bei RSS-Readern erfreut sich bekanntlich NewsBlur einiger Beliebtheit, wenn man Wert auf seine Privatsphäre legt. Es ist webbasiert nutzbar, aber auch für iPads, iPhones und Android zu haben. In puncto Privatsphäre bietet das Programm einige Optionen, denn man kann nicht nur die eigenen Lesegewohnheiten durch Einstellungen im Programm einigermaßen gut schützen, sondern auch den Werbe-Wegelagerern ganz und gar ein Schnippchen schlagen: Man kann nämlich seine eigene kostenlose, natürlich werbefreie Open-Source-Version von NewsBlur betreiben, die bei GitHub bereitsteht.

Empfehlenswert sind auch RSSOwl und RNews, kostenlos, quelloffen und für Linux, Mac und Windows benutzbar. Lesegewohnheiten und Abonnements werden hier nicht weitergegeben. Das Firefox-Add-on Sage verspricht das auch, hat aber den Nachteil, daß mittlerweile Werbung mitgeliefert wird.

Liferea für Linux ist ebenfalls quelloffen und kostenlos, hat aber zusätzlich noch einen sogenannten SOCKS-Proxy im Angebot, der verhindert, dass Dritte sehen können, welche Feeds man abonniert hat. Man verbindet sich also nicht direkt mit den Servern, deren Feeds man lesen möchte, sondern über einen dazwischengeschalteten Proxy-Server.

Für das iPhone gibt es Datenschutz-RSS als App, die zwar den Preis für den unsexiesten Namen bekommt, dafür aber ein datenschutzkonformer RSS-Reader ist, bei dem der Anbieter Datensparsamkeit und Transparenz in den Vordergrund stellt. Und Datenschutz-Neuigkeiten kriegt man auch noch dazu, wenn man möchte.

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