Wie anonym surfen Sie?

Sowohl auf den privaten oder beruflichen Computern als auch auf Mobiltelefonen ist der Browser heute ein nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug für die Benutzung des Netzes. Doch jeder Besuch einer Webseite hinterläßt damit Datenspuren beim Betreiber der Seite: neben der IP-Adresse des Rechners beispielsweise Angaben dazu, welcher Browser und welches Betriebssystem benutzt wurde. Werbetreibende oder andere an der Wiedererkennung von Besuchern Interessierte können diese Daten auswerten.

Was viele nicht wissen: Selbst eine eindeutige Identifikation eines Benutzers über eine Art “Browserkennung” ist möglich. Die Electronic Frontier Foundation (EFF), die sich in den USA um Netzpolitik und digitale Bürgerrechte kümmert, stellt eigens ein kleines Werkzeug zur Verfügung, um die Wiedererkennbarkeit eines solchen Browser-Profils offenzulegen. Auf der Webseite Panopticlick kann man erfahren, wie das Profil des eigenen Browsers aussieht und sich in Sachen Unterscheidbarkeit mit anderen Browsernutzern vergleichen, die zu tausenden dort Testdaten erzeugt haben. Aus nur 17 Bits an Informationen wird im Panopticlick-Projekt der EFF eine Art “Fingerabdruck” eines Browsers errechnet. Obwohl tausende Vergleichsabdrücke hinterlegt sind, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, daß der eigene Browser eindeutig identifizierbar ist.

Ein Profil eines Browsers kann also einen Benutzer verfolgbar machen, selbst wenn er keine Cookies im Browser akzeptiert. Und umso einzigartiger das Browser-Profil ist, umso leichter fällt dieses “Tracking” des Nutzers. Es gibt aber verschiedene Wege, das Tracking zu verhindern. Beispielsweise gibt es für den Browser Firefox sogenannte “Add-ons”, kleine Zusatzprogramme, die man sich für diesen Zweck runterladen kann. Sie ändern auf Wunsch den sogenannten “User Agent” – von denen es viele tausend gibt –, wenn man auf einen kleinen Knopf drückt: User Agent Switcher oder User Agent RG für Firefox sind dafür empfehlenswert, besser aber noch HeaderControl, der bei jeder Webseite von einer anderen Domain den “User Agent” sowie weitere Parameter (Referer und Accept-Language) selbständig ändert.

Manche solcher Browser-“Add-on”, von denen viele Nutzer dutzende verwenden, können aber andererseits selbst dazu beitragen, ein Browser-Profil eindeutiger zu machen. Dazu können außerdem Informationen aus den individuellen Einstellungen des Browsers herangezogen werden: Angaben über CSS oder JavaScript, wie sie der Nutzer nach seinen Vorlieben jeweils konfiguriert, um die Bildschirmauflösung, die verwendeten Schriftarten oder den Umgang mit runtergeladenen Mediendaten anzugeben. Manche Browser bieten hier einen “private browsing”-Modus an, der einige dieser Informationen gegenüber Webseiten-Betreiber unterdrückt und daher zu empfehlen ist.

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